Egerländer spielen in Bad Wurzach

Ein Feuerwerk der böhmischen Blasmusik haben die Egerländer der Stadtkapelle Ochsenhausen am Samstagabend im nahezu ausverkauften Kurhaus in Bad Wurzach gezündet. Im Rahmen ihrer Konzertreihe zum zehnjährigen Bestehen der Formation, präsentierten die Musiker um Werner Hutzel ihr Können.

Gleich zur Eröffnung mit dem temperamentvollen Marsch „Montana“ ließen die Egerländer keinen Zweifel daran, dass der Abend stimmungsvoll werden würde. Der Dirigent und seine Musiker haben sich der böhmischen Blasmusik verschrieben, die im Klang und in der Komposition von Ernst Mosch geprägt wurde. Dessen bekanntesten Arrangements wurden in der Folge gespielt. „Kinder von der Eger“, „Egerländer Perle“ und nicht zuletzt „der alte Lindenbaum“. Viele dieser Titel wurden von Peter Schad überarbeitet und angepasst, ohne die Ursprünglichkeit zu verlieren.

Jüngster Musiker hat Solopart

Die Musiker mischten traditionelle Stücke wie beispielsweise „Böhmischer Wind“ von 1956 mit Stücken aus der Feder von Alexander Pfluger. Dieser, ebenfalls ein Meister des 2/4 Taktes, komponierte die „Stephanspolka“ und „Mit Herz dabei“, die sich hervorragend in das Repertoire der Blaskapelle einfügten. Bei der „Löffel-Polka“ hatte der jüngste Musiker der Kapelle seinen Solopart. Frank Schiele, im Ensemble Flügelhornist, hämmerte so schwungvoll mit zwei Löffeln, dass eine spontane Zugabe vom Publikum gefordert wurde.

Werner Hutzel ist ein Dirigent mit Charisma, Charme und Leidenschaft. Mit seinem gestenreichen Einsatz akzentuierte er die Tonalität der einzelnen Instrumente und schaffte es zeitgleich, die Stimmung auf das Publikum zu übertragen. Die gefühlvoll gesungenen Duette mit Margit Schiele waren so fein abgestimmt, dass sie Ohr und Herz des Zuhörers berührten.

Drei Stunden lang gute Stimmung

Erich Nothelfer moderierte den Abend. Mit kleinen Geschichten und Anekdoten leitete er durch das Programm, erklärte den Hintergrund so mancher Komposition und unterhielt charmant die Zuhörer. Johannes Sauter sorgte für sein Team am Mischpult für einen guten Klang und eine angenehme Lautstärke. Die Stimmung und Begeisterung beim Publikum war über die gesamte Konzertdauer von nahezu drei Stunden sehr gut und ein Beweis dafür, dass diese Musik zeitgemäß ist und nicht unmodern wird.

Ein großes Kompliment hat sich die Schalmeiengruppe „D’Riedspatzen“ aus Bad Wurzach verdient. Sie trugen mit ihrer Tischbewirtung entscheidend zu diesem gelungenen Abend bei.

Quelle: Schwäbische Zeitung